Klaufix…

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Kopieren ist nicht Klauen. In fernen Landen ist das ungenierte Nachahmen die höchste Auszeichnung, die einem zuteil werden kann. Viel kopiert und nie erreicht, aber der Topf, aus dem sich alle wohl bedienen.

„Den Weibern und dem Spiel zuliebe / wurde mancher Mann zum Diebe“

Und so hat wohl der eine oder andere aus eitler Not entschieden, dass man in Ermangelung von jedwedem eigenem kreativen Hirnschmalz doch beherzt zu dem greift, was ein Modell bei anderen als Favoriten feiert.

„nNun hab dich mal nicht so! Du hast das Rad nicht erfunden!“

Ein Spruch, den man dann nur gerne präsentiert bekommt. Aber wahrscheinlich habe nur ich den Anspruch, wenn ich schon jemandes kreative Idee beleihe, meine eigenen Sachen mindestens genauso gut, wenn nicht gar besser zu gestalten.

Aber schön, dass es so herrlich geschmacksreduzierte und einfach zufrieden zu stellende Damen gibt, die weder das richtige Maß an Selbsteinschätzung haben, noch die – sagen wir mal – physischen Kompetenzen. Von den kognitiven will ich an der Stelle gar nicht anfangen, denn ein bisschen Dusseligkeit ist eher charmant – im Gegensatz zu Verhaltensdämlichkeit.

Und so trug es sich zu, dass ein Modell mich anfrug, nachdem sie ein (O-Ton) : „Ganz nettes Schwarzweiss-Bild“ bei mir gesehen hatte. Anstatt sich gleich zielführend detailliert auszudrücken, geriet die (zum Glück nur fernschriftliche Unterhaltung) in das Fahrwasser der Lästigkeit und in die Schublade mit der Aufschrift „Verbrannte Zeit“.

Nur, um Euch in Kenntnis zu setzen, um welches nette Schwarzweiss-Bild es sich handelte, hier besagtes nette Schwarzweiss-Bild :

Freundlich-gelassen und eloquent wie mein Ruf mir voraneilt, hinterfragte ich bei ihrer Auswahl in Sachen „nettes Schwarzweissbild“ welches genau sie denn nun meinen würde. Ein spürbares frostiges Wesen zog spontan in diese Unterhaltung, denn sie nahm meine Rückfrage als Anlass, mich und meine fotografische Mission in Abrede zu stellen. Abgeleitet davon, dass ich, wenn ich nicht wisse, was sie meint, keine Ahnung von meinem eignen Portfolio hätte. Artig fragte ich, welches Motiv denn wohl zu sehen sei, da es zu dem Zeitpunkt gefühlt ausschließlich Schwarzweiss in meinem Portfolio zuging.

„Die Frau mit Badekappe und dem Seil!“ – So schwer sei es doch nun nicht, denn immerhin hätte sie ja erwähnt, dass sie selber Tänzerin sei. Nun gut, mir gegenüber nicht, aber so grenzte sich das ganze schon mal etwas ein. Und mein ungutes Gefühl über den Ausgang dieser „Unterhaltung“ wuchs zusehends.

Sie möchte auch Tanzbild. Aber nicht wie da auf dem Bild nackt. Und nicht wegschauen. Und nicht so dunkel, und nicht in Schwarzweiss. Das könne ja schließlich jeder. Einfach so ein Bild Schwarzweiss machen. Sie wollte ein richtiges Bild.

Long story short – Es eskalierte letztlich dahingehend, dass sie mich komplett duschbeleidigte, nachdem ich die Frage gestellt hatte, ob sie körperlich dazu in der Lage sei, diese oder ähnliche Posen hinzubekommen. Ich brach die Unterhaltung ab und musste sie im Messenger der Bilderplattform kurzerhand blockieren, da sie nicht locker ließ mit Nachtreten, Nicht ohne Grund galt das Sprichwort .


„Hüte Dich vor der Vergeltung einer verschmähten Frau!“

Ein paar tage später präsentierte sie voller Stolz und von ihren anscheinend entweder mit sexuellen Dienst gelockten oder bedrohten Jubelpersern massivst mit ganz viel Daumen-Hoch beklebt, das Ergebnis mit einem der besten Tanzfotografen der Region, wenn nicht sogar der Welt.

Sowohl zwischenmenschlich als auch fotografisch sah ich mich bestätigt, froh gewesen zu sein, dass dieser Kelch an mir vorgezogen war.

Aber dessen nicht genug. Kurze Zeit später durchlief ich ein Deja-vu, denn eine erneute Anfrage wurde an mich heran getragen. Die ich ablehnte ob der Nichteignung für derartige Bilder. Mal abgesehen davon, dass sich jedem Tänzer die Nägel hochklappen, wenn man es betrachtet.

Auch hier im Nachgang aus der Öffentlichkeit das Feedback, dass ich das Bild mit der Balletttänzerin sowieso nicht selbst gemacht hätte und überhaupt.

Dem Pseudonym, welches in dem Bilderforum verwendet wurde nach zu urteilen, wußte ich schon vorher die Stimmungsmache kam- Und Tante Gerda hatte wieder mal Recht, wenn sie sagte, dass Neid und Unvermögen die schlechtesten Ratgeber sind. Stimmt, Tante Gerda!

Und wo wir gerade so innig beieinander sind. Hier noch so´n „Ding“.

Erst das Original, dann die billige Replik. Etwas aus der Kategorie „Bei Tiffany´s gesehen, bei Wish bestellt!“

Ich gebe zwar zu, dass die Schürfungen schon sehr ähnlich sind, aber die Lichtsetzung, das physische Gesamtpaket in punkto Geschmeidigkeit echt verkackt wurden. Orthopädisch ein Paradebeispiel für gepflegte Ungelenkigkeit.

Kleiner Einwurf an dieser Stelle zur „Ehrenrettung“ des Modells. Vielleicht wäre sie dazu in der Lage gewesen. Nur braucht es ein regulativ. Und das wäre der Fotograf. Aber der Herr – und ich kenne ich persönlich – ist von der Gesamtattitüde wie Donald Trump. Ekelpaket mit narzisstischen Zügen und das, was man selbst unterm Rasterelektronenmikroskop nicht von einem ausgemachten Arschloch unterscheiden könnte. Allein der „tote“ Fuss, der vom bildrechten Bein nach unten hängt. Gestreckte Spann (s.o.) und das Ganze bekommt schon eine andere Grundhaltung. Nur um mal kurz wenigstens ein Detail anzusprechen.

Ob ich eh nötig habe, andere in der Form vorzuführen? Ja, denn es ist kein Vorführen, sondern das Aufzeigen von Möglichkeiten. Und an Beispielen geht das eben doch immer noch am besten.

Arrogant ist das, meint Ihr? Nein, nur durchdacht, denn daneben liegen kann man. Oder einfach auch nichts beherrschen. Aber die Verweigerung der Entwicklung und der Allmachtsanspruch, richtig zu liegen, sind die unpassendste Attitüde, die sich ein Fotograf anheften kann. Modelle übrigens auch.

In diesem Sinne

Bleibt neugierig!

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